IAAFrankfurt am Main, 18. September 2007. Verglichen mit der Steigerung der Lebenshaltungskosten sind die Mobilitätskosten in den letzten beiden Jahren mehr als doppelt so stark angestiegen. Darauf wiesen die Teilnehmer des Symposiums „Luxusgut Mobilität“ hin, das heute im Rahmen der 62. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) PKW in Frankfurt vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und vom Deutschen Verkehrsforum veranstaltet wurde. Experten aus Politik, Forschung und Wirtschaft untersuchten die Mobilitätskosten und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche und soziale Grundlage der Gesellschaft.

Symposium des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und des Deutschen Verkehrsforums auf der 62. IAA PKW 2007

Dr. Kunibert Schmidt, VDA-Geschäftsführer, forderte von der Politik, die Mobilitätskosten sozial verträglich zu halten, damit sich alle Menschen Mobilität leisten können. Angesichts der wiederkehrenden und weitergehenden Forderungen der Politik nach einer Verteuerung der Mobilität – z. B. durch Pkw-Maut, City-Maut oder spezifische Klimaabgabe – wundere es nicht, dass der Verbraucher verunsichert werde und den Kauf eines Neuwagens zurückstelle. Dies habe negative Folgen für Konjunktur und Umwelt. 

„Ein Single-Haushalt muss tiefer in die Tasche greifen, und zwar um etwa 630 Euro in den vergangenen fünf Jahren – ohne einen Meter weiter fahren zu können. Eine Familie mit zwei Kindern muss im Durchschnitt stolze 1.380 Euro mehr berappen“, rechnet Thomas Hailer, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums, vor. Damit laufe die Mobilität Gefahr, zum Luxusgut zu werden. Das müsse verhindert werden, forderte Hailer. 

Dr. Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes Steuerzahler der Deutschland e.V., warnte davor, dass Mobilität zu einem unkalkulierbaren Kostenfaktor werde. Die Steuererhöhungen würden die Mobilität der Bürger stark einschränken. „Der steuerrechtliche, steuerpolitische und verfassungsrechtliche Gipfel einer Besteuerung der Mobilität ist jedoch die Kürzung der Pendlerpauschale“, so Dr. Däke. 

Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr, machte sich für eine CO2-basierte Kfz-Steuer stark: „Um Verbraucher nicht im Ungewissen zu lassen, ist die Einführung der CO2-basierten Kfz-Steuer als wirksames ökologisches Steuerinstrument zum 1. Januar 2008 zwingend erforderlich.“ 

Winfried Hermann, MdB, Verkehrspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen, betonte: „Das anspruchsvolle Ziel muss lauten, umwelt- und klimafreundliche Transportmittel bereitzustellen. Automobilindustrie und Politik müssen dafür die Rahmenbedingungen schaffen.“

Weiterhin diskutierten Dr. Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Mineralölverbandes, Stephan Kitzinger, stellvertretender Geschäftsführer der ProgTrans AG, Thomas Waschke, Leiter Sozialwissenschaftliche Systemforschung Society and Technology Research Group DaimlerChrysler AG.