IMG 7215 Zoe 150Für viele Autofahrer ist ein Elektroauto noch kein Thema. Zu kompliziert, zu wenig Reichweite, zu teuer. Aber stimmt das? …und 2025 „droht“ Euro 7? Da gibt zwei Szenarien: einmal zwar strengere Richtwerte, die technisch umgesetzt werden können; die zweite Option könnte das Aus für den Verbrenner bedeuten.

 

Welcher eAuto-Typ sind Sie?

(Nachträge 25.08.2021)

Klar, das ideale Elektroauto hat 250 PS, eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern und Schnellladefähigkeit von mindestens 22 kW AC und mehr als 200 kW DC und sollte, wenn möglich um die 50.000 Euro kosten. Das gibt es leider noch nicht. Ich persönlich sehe bei den eAutos vier unterschiedliche Kategorien, die wie folgt erklärt werden:

City-Flitzer

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Autofahrer täglich nur etwa 40 Kilometer das Auto benutzen. Wenn Sie damit auskommen, ist es egal welches eAuto Sie nehmen. Theoretisch würde ein Elektro Smart reichen. Der Smart EQ hat eine Reichweite von gerade mal 125 Kilometern – und im Winter vermutlich sogar deutlich unter 100 km.

2 IMG 5361 Mini 350Hier bitte ich zu bedenken, dass man vielleicht doch mal am Wochenende Verwandte, Freunde oder Bekannte besuchen will, die vielleicht nur 150 Kilometer entfernt wohnen… aber: wie kommt man zurück? Ich kann Ihnen verraten: das macht mit einem City-Flitzer keinen Spaß. In diese Rubrik würde ich auch Autos wie beispielsweise den VW e-up! 2020, den BMW i3 und den MINI Cooper SE einstufen. Demnächst kommt auch der Fiat e-500 mit der kleinen Batterie und der Renault Twingo Electric.

Wie in unserem Test festgestellt, ist der VW e-up! 2020 So „auf der Kippe“ zum Allrounder, weil wir die 300 km (hin und zurück) nach Bochum mit nur einem Ladestopp (in Bochum) locker und entspannt geschafft haben.

Spannend wird sicher der Dacia Spring, der bei nur 20.000 Euro liegen soll. Nach Abzug der Förderung und mit einigen Extras hätte man dann ein großes Auto für unter 15.000 Euro. Der Spruch „zu teuer“ - der eAuto-„Gegner“ - zieht dann nicht mehr.

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Allrounder

Die Allrounder haben bereits eine Reichweite von zirka 300 Kilometern und eine Ladeleistung von bis zu 100 kW. Die Zoe schafft zwar leider kaum die 50 kW mit DC-Laden, aber wir waren mit der Renault Zoe R135 in Frankfurt. Das hat ziemlich gut geklappt.

0 Peugeot e 208Wir sind der Meinung, dass 300 Kilometer schon ein guter Wert ist, wenn man solche Strecken vielleicht einmal pro Monat macht. In die Gruppe Allrounder würde ich die folgenden Fahrzeuge einstufen:

Der Hyundai Kona schafft fast den Sprung in die obere Mittelklasse. Mit über 400 Kilometern Reichweite könnte er sich da behaupten. Was fehlt ist: ein stabile Ladeleistung von ca. 75 kW bis 80%.

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IMG 7922 Mach E h 250Obere Mittelklasse

Das sind für mich alle eAutos so um die 60.000 bis 80.000 Euro. Die haben dann auch meistens bis zu 400 PS und eine Reichweite von etwa 400 Kilometern. Die Ladeleistung ist in der Regel höher als 100 kW. Gefahren sind wir schon den Polestar 2 im Kurztest und nun stellen wir ihn ausführlich gleich Anfang 2021 vor. Perfekt in diese Kategorie passt der Ford Mach-E (Ford Mustang Mach-E GT in Hamburg), weil man hier 2D/4D und normale / große Reichweiten kombinieren kann. Wir hoffen im Februar 2021 auch endlich mal ans Lenkrad zu kommen.

Auch der Jaguar I-PACE - 2021 passt hier rein, obwohl er in guter Ausstattung auch auf locker über 90.000 Euro kommen kann. Kann der Jaguar 2021 AC jetzt endlich 11 kW laden, oder „nur“ 11 kW? Bei DC kommt er auf maximal 100 kW. Wir stellen das Fahrzeug Mitte Januar 2021 im Kurztest vor.

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HighEnd eAutos

HighEnd eAutos starten bei etwa 100.000 Euro. Der Audi E-Tron 55 quattro könnte bei sparsamer Ausstattung noch in die „obere Mittelklasse“ passen. Gut so, ab Modelljahr 2021 kann er auch 22 kW AC und lädt auch stabil mit 150 kW DC. Audi will in 2021 noch den Audi Q4 e-tron und den Audi e-tron RS und GT bringen.

2 IMG 7316Mercedes-Benz punktet bei den PKW mit der EQ Serie, auf die wir hier allerdings nicht weiter eingehen, weil wir – warum auch immer – nur die Nutzfahrzeuge testen dürfen. Vom Mercedes-Benz EQV, Mercedes-Benz eSprinter und Mercedes-Benz eVito - alle schon gefahren - sind wir echt begeistert sind. 110 kW Ladeleistung DC sind ja schon nicht schlecht, aber die Mitbewerber punkten hier mit 150 kW und höher.

Sehr cool natürlich – und für die meisten unerreichbar – ist der Porsche Taycan, den es als 4S, Turbo und Turbo S gibt. 2021 soll es noch ein Variante unterhalb der 4S geben. Dieser soll bei etwa 80.000 Euro liegen und mit wenigen Extras sicher teurer als 100.000 Euro sein. Vom Porsche Macan soll es auch eine Elektrovariante geben. „Unser“ Porsche Macan S im Test hat über 90.000 Euro gekostet. Aber auch der Porsche eMacan wird vermutlich eher teurer als 100.000 Euro sein und vielleicht auch erst 2022 kommen.

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Fazit

3 MG 3671 2x TaycanDer Versuch, mit den vier Kategorien, sollte eine Entscheidungshilfe darstellen. Aber natürlich gibt es dort auch Überschneidungen. Selbstverständlich hoffen wir eAutofahrer-Fans auch, dass mit einem Facelift endlich 22 kW AC Laden ab der Gruppe Allrounder einziehen. Denn zwei Stunden Besprechung reichen bei 22 kW AC Laden vielleicht aus, sodass man ohne Ladestopp wieder nach Hause kommt. 11 kW und weniger bedeuten, dass man einen zusätzlichen DC-Ladestopp einplanen muss. Und dann können 20 Minuten laden (zusätzlich) einem ziemlich lange vorkommen. Wir wissen, nach 12.000 eAuto-Kilometern in 2020, wovon wir sprechen.

Wichtiger Hinweis: Natürlich wissen wir, dass es noch zahlreiche weitere eAutos vorhanden sind, beispielsweise der Nissan Leaf, Opel e-Corsa, BMW iX und X3i. Da wir von diesen Herstellern keine Testfahrzeuge bekommen, bleiben diese auch immer etwas außen vor.

Eine Liste haben wir hier veröffentlicht: Elektroautos - Übersicht 2020. Danke an Hagen Fisbeck, der die Daten der 32 Elektroautos übersichtlich erfasst hat.

Linktipps

Fotos © 2020 Redaktionsbüro Kebschull

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