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Kia Optima - Reis(e) Dampfer


Kia Optima - 136 PS und Platz ohne Ende

Felix SutschekAuf den ersten Blick wird klar wo die Vorbehalte herkommen. Der Kia Optima ist riesig. Ein fast schon galaktischer Sternenkreuzer. Nur unwesentlich kürzer als der daneben stehende fünfer von BMW, aber eben doch nur mit einem 136PS Diesel bestückt, der seine Kraft aus 1,7 Litern Hubraum schöpft. Ob das gut geht?

Aber lässt man das mal außen vor und schaut ihn sich einfach nur an, muss man den Designern wirklich gratulieren. Ein sehr gut gelungenes Design, eigenständig, gefällig, sportlich und nicht aggressiv. Dazu noch eine Prise Eleganz. Hat was, kann fast schon dem Volkswagen CC Konkurrenz machen, und der ist das derzeit schnittigste was in der Klasse zu erhalten ist. Also mal genauer hin schauen. Kofferraum auf und schon hat man die Bestätigung wo der günstige Preis herkommt. Zwar ist der Kofferraum mit 505 Litern wirklich groß, aber dafür nur spartanisch ausgekleidet. Man kann den Federmechanismus, die Bassbox von Infinity und einiges an nacktem Blech sehen. Sparsam aber funktional. Gut, ich sitze ja eher selten im Kofferraum und dem Gepäck ist es egal wo es transportiert wird, also zu den Deckel und rein in den Fahrgastraum.

Hier kann der Kia Optima seine Stärken ausspielen. Im Fond bietet er Platz wie kaum ein anderes Mittelklassemodell. Damit lässt sichs auch zu viert oder zu fünft bequem auf lange Strecken verreisen. Die Materialien sind auch hinten weich und angenehm anzufassen. Verarbeitungstechnisch gibt es nichts auszusetzen, aller erste Sahne also. Dazu kommt das Panoramadach, welches auch hinten einen Glaseinsatz hat und so ein angenehm luftiges Ambiente schafft. Bisher sehr gut alles, also ab nach vorne…

Vorne Platz und sogar hinten

Auf dem Fahrersitz fühlt man sich sofort wohl. Bequem, aber straff genug um nicht zu ermüden, dazu mit Seitenpolstern die einem den Eindruck vermitteln, dass sie bei flotter Fahrt unterstützend mitwirken. Guter Klassenstandard also. Einzig die geringe Kopffreiheit stört, hier vorne macht sich das Panoramadach negativ bemerkbar. Dass die Materialien in Haptik und Verarbeitungsqualität genauso gefällig sind wie im Fond, sei der Vollständigkeit halber erwähnt.

Nicht ganz schlüssig ist die Bedienung geraten. Manche Tasten sind versteckt angebracht, so zum Beispiel die für die Einparkautomatik, andere Tasten sind nicht selbsterklärend. So hat unser Kia Optima zwar eine Sitzbelüftung an Bord, aber ob die nur für den Fahrersitz oder auch für den Beifahrersitz funktioniert kann man nur aufgrund der Schalter-Piktogramme nicht verstehen. Dafür haben wir ein Radio/Navi mit Touchscreen an Bord. Auch da guter Klassenstandard. Warum Allerdings die „ECO“ Taste im Lenkrad untergebracht ist, konnten wir nicht ganz verstehen, zumal sich deren Auswirkungen auf die Charakteristik des Kia Optima uns nicht erschlossen haben. Offiziell soll er mit „ECO“ eingeschaltet eine etwas sanftere Gaspedalkennlinie haben und die Automatik schaltet etwas früher. Apropos Automatik: die Sechs-Stufen Automatik schaltet angenehm weich und fällt eigentlich nur im „Manuellen“-Modus auf. Wenn man nämlich im manuellen Modus das Diesel-Drehmoment ausnutzen will und eher früher hochschaltet, aber mit dem Fuß das Gaspedal voll durchtritt, dann schaltet die Automatik wieder zurück. Das ergibt dann unterm Strich ein wildes hin und her geschalte bei dem Fahrer und Elektronik um die Herrschaft über das Automatikgetriebes ringen. Nicht schön, aber verkraftbar.

Gleiten und Cruisen

Insgesamt sind die Fahrwerte ohnehin eher auf Gleiten und Cruisen ausgelegt. Klar, bei 100kW aus 1,7l Hubraum kann man keine Wunder erwarten. Der Kia Optima ist zwar mit knapp 1,6 Tonnen nicht schwerer als die Konkurrenz, aber die 325 Nm (zwischen 2000 und 2500U/min) haben doch ordentlich zu tun… Das Fahrwerk ist für europäische Straßen gut abgestimmt. Straff ohne hart zu sein. Dafür bietet die Lenkung kaum Feedback, was man aber beim Cruisen nicht wirklich merkt, und zu mehr animiert der Motor nicht.

Positiv aufgefallen ist die Einparkhilfe. Der Kia Optima kann selbständig rückwärts einparken. Wie erwähnt, ist die Taste um die Einparkhilfe zu aktivieren gut versteckt, aber dafür aktiviert sie ein sehr effektives System. Taste drücken, langsam an den parkenden Autos vorbeifahren und, ganz wichtig, nicht die Geduld verlieren. Die Meldung, dass die Lücke groß genug ist kommt erst, wenn man fast ganz daran vorbeigefahren ist. Das kann gefühlt ewig dauern, weil der Optima so groß ist. Sobald die Meldung da war, einfach nur den Rückwärtsgang einlegen, einen vorsichtigen Rundumblick wagen und vorsichtig von der Bremse gehen. Dank Rückfahrkamera sieht man im Display sehr genau wie viel Platz man noch hat. Irgendwann wird man, leider auf Englisch, dazu aufgefordert nach „D“ zu schalten. Kurz darauf steht man perfekt eingereiht in der kleinsten möglichen Parklücke. Unsere Testlücke war so klein, dass Ausparken schon zur Herausforderung wurde. Respekt.

Fazit

Der Kia Optima ist ein günstiges Familienauto für die bequeme entspannte Reise zu viert oder fünft. Inklusive Gepäck. Einzig der Motor unterscheidet ihn von den etablierten Marken in diesem Segment. Aber vielleicht kommt ja irgendwann der Turbo-Benziner aus den USA auch zu uns. Spätestens dann müssen sich die Mitbewerber warm anziehen…

Fotos © 2012 Redaktionsbüro Kebschull

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 03. März 2016 07:54

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